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Rich und Jules unterwegs im Home Sweet Van

Eine Reise durch Nordamerika im Sprinter

Posted by Gestalten—08/2017

Rich und Jules haben für ein Jahr den Komfort eines festen Zuhauses hinter sich gelassen und die notwendigsten Besitztümer in ihren Sprinter gepackt, um Nordamerika zu bereisen.

In unserem Buch Off the Road, erzählen wir Geschichten der Menschen, die ein Leben im Van und auf Achse führen und uns mitnehmen auf abenteuerliche Reisen rund um den Globus. Folge Rich und Jules auf ihren Reisen auf ihrem Blog und ihrem Instagram Account. Wir haben mit den beiden gesprochen, um herauszufinden, was es bedeutet sein komfortables Apartment gegen ein Heim auf Rädern einzutauschen.

Nach welchen Kriterien habt ihr euren Sprinter ausgewählt? 

Die Geschichte, wie wir zu unserem Sprinter gekommen sind, ist tatsächlich recht lustig. Denn wir haben ihn gekauft, als wir erst vier Monate zusammen waren. Wir haben davon geträumt und oft davon gesprochen auf so eine Reise zu gehen aber als Rich dann auf einmal mit dem Wagen vor meinem Office auftauchte war ich erstmal sprachlos!

Im Nachhinein betrachtet, war es aber eine gute Wahl. Der Van ist recht kurz und passt deshalb in die meisten Parklücken. Ich bin immer wieder erstaunt, wo wir überall mit ihm Platz finden. Der Wenderadius ist auch super und seit wir ihn haben, läuft er ohne größere Pannen. 

Wenn man sich für ein Leben auf der Straße entscheidet, ist es wichtig, was man mitnimmt. Wir habt ihr eure Packliste erstellt? 

Für so einen langen Trip zu packen erfordert sicher etwas Erfahrung, aber wir haben Anfangs bewusst zu viel eingepackt, um dann unterwegs, passend zu unseren Bedürfnissen zu entscheiden, was wir brauchen und was wieder raus kann. Da wir immer der Sonne nach gefahren sind, habe ich als erstes die warmen Pullis aussortiert. Im Moment haben wir sicher doppelt soviel Ausrüstung zum Wandern, Surfen und Klettern dabei als Kleidung und das passt super zu unserem Leben, denn wen interessiert's, wenn wir jeden Tag das gleiche tragen? 

Wie bereitet ihr euch auf unerwartete Herausforderungen oder Unwegsamkeiten vor? 

Wir haben glücklicherweise etwas gespart, bevor wir aufgebrochen sind. Ein bisschen Geld auf der hohen Kante gibt einem auf jeden Fall etwas Sicherheit, wenn es um Unvorhersehbares geht. Wir haben da extra einen Puffer eingeplant für Reparaturen am Van oder falls wir Ausrüstung ersetzen müssen. 

Allerdings schützt uns das auch nicht vor etwaigen Frustrationen. Manchmal möchte man alles hinschmeissen. Ich arbeite aber daran eine lockere Einstellung zu bewahren, denn man kann sich kaum beschweren, wenn man ein Jahr frei rumreisen kann, selbst wenn man mal im Feld stecken bleibt. 

Gibt es auch einen kleinen Luxus, den ihr euch gönnt, den man auf jeden Fall einplanen sollte? 

Wir haben einen Jetboil an Bord, der sicher nicht unbedingt notwendig ist aber damit können wir morgens heißen Kaffee machen und das ist auf jeden Fall etwas, das wir sehr genießen. Ein anderer Luxus ist Bier. Wir trinken nicht regelmäßig aber nach einer langen Wanderung oder einer Kletterpartie in der Sonne gibt es nichts besseres, als sich im Campingstuhl zurück zu lehnen und ein eiskaltes Bier zu trinken!  

Trefft ihr viele Menschen, die wie ihr im Van leben und immer auf Achse sind? Habt ihr unterwegs Freundschaften geschlossen? 

Es gibt definitiv viele, die im Van leben und unterwegs sind und es ist immer spannend zu sehen, wie andere ihre Busse ausstatten. Wir wurden auch schon erkannt auf Campingplätzen von Leuten, die uns über Instagram kennen. Wir folgen selbst auch anderen Instagrammern, die ebenfalls mit dem Van unterwegs sind und lassen uns von ihren Wagen inspirieren! Ich bin immer wieder fasziniert von den vielen kreativen Ideen, die es da draußen gibt. Wir haben auch schon einige Pläne für unseren nächsten Van; wir lieben es einfach an unserem Gefährt zu arbeiten. 

Was habt ihr die letzten Wochen so getrieben und was habt ihr noch vor? 

Wir sind seit wenigen Monaten auf der Straße, das klingt so verrückt für mich, denn es fühlt sich schon so lange an! Jeder Tag im Van geht ganz langsam vorbei, wir haben super viel Freizeit und planen nur sehr wenig. Wir genießen den Moment und stressen uns nicht mit Fragen, was danach passiert. 

Wir sind viel gefahren im letzten Monat, weil wir einen Abstecher nach Austin TX machen mussten, um unseren Hung Roscoe bei Richmonds Schwester abzugeben. Das war hart für uns, denn wir lieben ihn über alles aber er verträgt die Hitze nicht und in den meisten Nationalparks herrscht Hundeverbot. Wir hatten eigentlich vor den Südwesten im Frühling zu erkunden, denn seit März waren wir in Arizona, New Mexico und Texas. Jetzt sind wir in Utah, im Zion Nationalpark, wo ich überraschenderweise Internet habe. Wir planen weiter nach Utah zu fahren, dort kann man super Klettern und Wandern. Dann im Mai geht's vermutlich weiter nach Colorado. 

Was habt ihr unterwegs noch gelernt? 

Wir bekommen so viele Fragen über Instagram, meist über den Ausbau des Vans und wie wir uns finanzieren. Wir möchten das irgendwann in einem Buch zusammenfassen, um denen zu helfen, die erst anfangen. Wir sind tatsächlich auch oft gescheitert, als wir am Van und an unserem Traum gearbeitet haben und das gehört dazu aber nur so lernt man. Mit etwas Kreativität und Durchsetzungsvermögen schafft man meist Alles. Einige unserer besten Ideen resultierten aus verrückten Entscheidungen, die in letzter Minute getroffen wurden. 

Bilder © Home Sweet Van